Hochschule Luzern - Musik, Abteilung Jazz

Bericht aus den Female Band Workshops 2005/2006


Die Female Band Workshops sind ein Angebot der Musikhochschule Luzern für Mädchen und junge Frauen zur Nachwuchsförderung von Frauen im Jazz. Das Projekt wird vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) finanziell unterstützt.





Ein Projekt der Jazzabteilung der MHS Luzern in Zusammenarbeit mit
Judith Estermann, Beauftragte für Gleichstellung
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2. Vorgeschichte des Projektes

An der Abteilung Jazz der MHS Luzern ist das Thema seit Jahren präsent und wird bearbeitet.

2002 schrieb Marianne Doran, Geschäftsführerin der Fakultät III und heute Prorektorin Ausbildung und Ressourcen eine Arbeit mit dem Titel Frauen im Jazz - Ausbildungssituation der Frauen an Jazzschulen und Musikhochschulen“.

Ebenfalls 2002 fand im Rahmen einer Studienwoche eine Referatsreihe zum Thema Frauen im Jazz“ statt.
An einer Podiumsdiskussion zum Auftakt der Woche wurde die Frage
Machen Frauen anders/andere Musik oder hat der Geschlechteraspekt in der Musik eine Bedeutung?“ besprochen. Gesprächsteilnehmer/innen waren Co Streiff, Musikerin; Lauren Newton, Musikerin; Patrik Landolt, Redaktor WOZ/Verlag Intakt Records; Céline Clénin, Saxofonistin/Studentin; Gregor Heini, Gitarrist/Student. Die Referate behandelten folgende Themen: Warum Frauen im Jazz keinen Platz haben und warum sich das ändern sollte“ (Dr. Dieter Ringli) Musik und ritueller Tanz des Candomblé – Geschlechterrollen und deren Wertung“ (Esther Messmer) Unoccupied Territories – originelle Musik von Frauen“ (Dr. Ursula Schlicht)

Im März 2004 leiteten die Studentinnen Corinne Windler, Isa Wiss und Nina Salis im Rahmen eines Pädagogikprojektes zum ersten Mal erfolgreich eine Girl Power Band. Die Idee, eine Band nur für Mädchen anzubieten, entstand aus dem Umstand, dass sich in früheren Jahren fast ausschliesslich Jungen für dieses Projekt angemeldet hatten. Offensichtlich entsprach das Angebot einem Bedürfnis. Es nahmen 14 Mädchen motiviert und begeistert teil.

Aufgrund des Erfolges der erwähnten Girl Power Band, initiierte die Beauftragte für Gleichstellung der MHS Luzern, Judith Estermann, das Hochschulentwicklungsprojekt Bandworkshops für Mädchen und junge Frauen“ zur Nachwuchsförderung von Frauen im Jazz. Zusammen mit Marianne Doran arbeitete sie das Konzept aus, welches von der Geschäftsleitung der Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) gut geheissen und finanziell abgesichert wurde. Im Sommer 2004 wurde der erste Bandworkshop unter dem Titel Girl Power Band“ ausgeschrieben. Im Februar 2005 folgte der zweite. Insgesamt probten 15 junge Frauen zwischen 13 und 22 Jahren mit den Instrumenten Schlagzeug, (E-)Gitarre. Piano, E-Bass, Violine, Cello, Saxophon und Gesang einmal pro Woche an der MHS Luzern. Sie kamen aus den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden, Zürich und Graubünden. Geleitet wurden die Workshops von Katja Mair (Gesangsdozentin an der MHS Luzern) und Corinne Windler (damals noch Saxophonstudentin an der MHS Luzern) Stilistisch bewegte sich die eine Band im Bereich Pop/Rock/Folk/Balladen und hatte auch eine Eigenkomposition einer Teilnehmerin im Programm. Die zweite Band spielte neben Rock auch jazzigere Sachen mit viel Improvisation.

Nach verschiedenen kleineren Konzerten der 1.Band traten beide Bands gemeinsam am 24. Mai 2005 in der vollbesetzten Jazzkantine in Luzern auf und präsentierten sich einem öffentlichen Publikum. Verbunden mit einer umfassenden Pressearbeit (neun verschiedene Medien berichteten über das Projekt) wurde eine breite Öffentlichkeit erreicht.
Das Projekt wurde von Prof. Monika Denis, Gleichstellungsbeauftragte und Dozentin für Soziokultur an der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern (HSA) wissenschaftlich begleitet. Durch Beobachtung und Befragung der Teilnehmerinnen, der Leiterinnen und anderen Fachpersonen und durch eine umfassende Literaturrecherche erarbeitete sie relevante Aussagen zur Nachwuchsförderung von Frauen im Jazz und generierte erste Ansätze für Forschungsfragen.

Schon bald wurde klar, dass dieses Projekt langfristig durchgeführt werden muss und die Schulleitung der MHS Luzern stimmte der Weiterführung der Workshops ab Herbst 2005 zu. Da die MHS Luzern neu auch eine BBT-Schule ist, ergab sich die Möglichkeit, im rahmen des Bundesprogrammes Chancengleichheit ein Gesuch zur Förderung des Projektes zu stellen. Dieses Gesuch wurde Ende August 2005 beim BBT eingereicht und am 26.September 2005 bewilligt.

Stand März 2006, Judith Estermann

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